Auf dem letzten Kultursponsoring-Gipfel (17./18. April) kam es in den Vorträgen und in Gesprächen vor und nach der Veranstaltung wieder ganz klar zu Tage: Kultursponsoring in Deutschland ist zum Teil gut unterwegs, aber der Masse fehlt schlicht noch Professionalität. Diese fängt mit einem sauberen, tragfähigen Konzept an, in dem die Zielgruppe berücksichtigt (=vorab wirtschaftswissenschaftlich analysiert) wird, so dass man beide Seiten der Waage(Sponsoren - Kulturkonsumenten) zu frieden stellt. Klare Gegenleistungen, die sich von der 'Logomanie' entfernen und auf zeitgemäße und kreative Gegenleistungen bauen. Diese sollte man entsprechend kombinieren, um das Maximum an Kundenbindung und - begeisterung zu erhalten. Außerdem lassen sich damit auch neue Kundengruppen binden. Mit dem Gedanken 'ich kenne da jemanden in Firma xyz' läßt sich kein gutes Kultursponsoring aufbauen. Das hilft vielleicht in dem ein oder anderen Fall mal, aber die VIP Posten in Unternehmen sind von diesen Personen nicht auf Dauer gebucht.Und mit dem Wechsel findet des öfteren auch eine Verlagerung der Interessen statt. Was aber auch noch sehr interessant war, ist die These, dass Kultur die 4. Säule der Nachhaltigkeit ist und wir uns auch im Kultursponsoring Gedanken machen sollten wie wir wieder zu einem geschlossenen Kreislauf (Cradle-to-Cradle Design)kommen können. Ohne Emotionen und Kreativität würde nichts mehr richtig laufen. Wo beziehen wir einen Teil unserer Ideen her? Aus Museen? Aus Künstlerkarrieren? Aus dem Aufbau und der Funktion eines Orchesters? Last but not least ist Sponsoring ein Freunde gewinnen, Sympathien geben um dauerhaft Partner zu finden.'Do ut des' übersetzt in Kultursponsoringverständnis heißt für mich langfristige Partnerschaften, die auf einem gemeinsamen geistigen und weitblickendem Fundament stehen. D.h. wir sollten uns dahin bewegen und Städte, Regionen usw. mit einem gemeinschaftlichen wirtschafts-kultur Ansatz zu vermarkten. Damit können wir zukünftig nur gewinnen. Mit der Schiene Wirtschaft gib mal Geld - ich Kultur brauche es, damit ich überleben kann, kommen wir nicht weiter - das ist zu platt. Im neuen Zeitalter sollten wir uns darüber klar sein, dass Kultur der Wirtschaft jede Menge bieten kann, was diese in den letzten Jahren aufgrund quartalsgetriebener Ergebnisse und Proft'sucht' verloren hat. Erste Ansätze dau bieten einige Firmen schon an und das Kölner Model 'Kölner Kulturpaten' zeigt auf, das es funktioniert.
Ein Video zum Gipfel finden Sie auf dieser Seite unter dem Reiter Kultursponsoring-Gipfel.
Stimmen zum Kultursponsoring-Gipfel 2008: http://www.sponsoring-blog.de/2008/04/18/festivalsponsoring-kultursponsoring-gipfel-2008-der-europaeischen-sponsoring-boerse/